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SIOLS Gründerin Beate Gabelt: "Ich habe einfach erfunden, was mir gefehlt hat." - SIOLS Sports Glasses

SIOLS Gründerin Beate Gabelt: "Ich habe einfach erfunden, was mir gefehlt hat."

Die Brille, die ich nie hatte. Und die ich deshalb erfunden habe.

Wie aus einem persönlichen Frust eine Pionierarbeit wurde, die den Sportbrillenmarkt für immer verändert hat. 

Es war irgendwo zwischen Kilometer 60 und 70 beim Biel 100km, mitten in der Nacht, als mir wieder einmal die Sportbrille beschlug. Nicht zum ersten Mal. Nicht zum letzten Mal. Aber dieses Mal war es anders. Ich war Brillenträgerin. Ambitionierte Hobbyläuferin. Multisportlerin, die im Winter auf Skiern stand, im Sommer auf dem Bike saß und das ganze Jahr über ihren Körper an Grenzen schob. Ich kannte das Gefühl, nicht richtig zu sehen, in- und auswendig. Und ich kannte den Markt gut genug, um zu wissen: Das Problem lag nicht an mir. Das Problem lag an einer ganzen Industrie, die einfach nicht hingeschaut hatte.

Alle hatten auf atmungsaktive Sportkleidung umgestellt. Aber bei der Sportbrille schien man vergessen zu haben, dass man beim Sport auch an den Augen schwitzt. 


Ich hatte Transportation Design am Art Center College of Design studiert, als erste Frau in diesem Fachbereich. Als selbständige Industriedesignerin in der Schweiz arbeitete ich an Projekten, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun hatten. Medizinische Lasergeräte. Metallverarbeitende Produktionsstraßen. Was sie verband: Jedes Mal steckte dahinter ein Problem, das niemand richtig angegangen war. Genau das war mein Antrieb. 


Ende der 90er bekam ich einen Auftrag von der Optic Fashion GmbH in München. Es ging um neue, innovative Produkte für die Augenoptik. Und ich, als Brillenträgerin, begann sofort, das Problem mit anderen Augen zu sehen. Die Frage war simpel. Die Antwort revolutionär. Aus dem Automobildesign kannte ich das Prinzip der Strömungsführung. Ich übertrug es auf die Sportbrille. Gemeinsam mit Ingenieuren entstand eine vollkommen neue Belüftungstechnologie: das ACM, Air Clima Management. Kein Beschlagen mehr. Kein Drücken. Keine Kompromisse.
Zusammen mit einem Team aus Sportmedizin, Optik, Technik und Athletik entwickelten wir ein Baukasten-System: flexibel, individuell, auch und gerade für Brillenträger mit hohen Sehstärken. So entstand eine Sportbrille, die sich dem Menschen anpasst und nicht umgekehrt:

Wir drehten den Prozess einfach um. Nicht: Welche Brille sieht gut aus? Sondern: Was braucht dieser Mensch, um wirklich gut zu sehen?


Das Projekt war so außerordentlich, dass wir wussten: Es braucht einen eigenen Namen, eine eigene Marke. So entstand SZIOLS, bewusst unaussprechlich, damit er unvergesslich bleibt. Das hat funktioniert. Weltweit, bis heute.


Was folgte, war keine triumphale Markteinführung. Es war Pionierarbeit im härtesten Sinne des Wortes.Der Markt reagierte zögernd. Die Kategorie Sportbrille existierte im Kopf der Konsumenten schlicht nicht. Dort hatte sich die Sonnenbrille felsenfest verankert, als Schutz und als Accessoire. Dass eine Brille beim Sport ein Leistungswerkzeug sein könnte, war ein völlig neuer Gedanke.

Wie tief das Problem saß, zeigte sich am deutlichsten bei den Kindern. Brillentragende Schulkinder, die ihre Brille abnehmen mussten, damit bloß nichts passiert. Die halbblind über den Bock sprangen. Die leise ausgegrenzt wurden. Wir entwickelten eigene Schulsportbrillen, die heute zum Schulanfang gehören wie der Tornister selbst. Eine eigene DIN-Zertifizierung folgte. Aber das war nie das Ziel gewesen. Es war der Beweis, dass das Problem real war. Und dass niemand außer uns es lösen wollte.


Ich ließ mich nicht entmutigen. 2010 übernahm ich das Unternehmen allein verantwortlich. Mit einem MBA im Rücken, aber vor allem mit einer Überzeugung, die sich nicht erschüttern ließ: Brillentragende Sportler verdienen dasselbe wie alle anderen. Kein schlechteres Sehen. Keine Kompromisse.

Etwa 95% der Bewegung werden über das Auge gesteuert. Und gleichzeitig ist das Sehen einer der am meisten vernachlässigten Sinne im Sport. Das wollten wir ändern. Das haben wir geändert.


2021 wurden SIOLS System und FUSION mit dem German Design Award und dem German Innovation Award ausgezeichnet.

Mehr als 25 Jahre nach dem ersten Gedanken, mitten in der Nacht, irgendwo zwischen Kilometer 60 und 70. Wer einmal verstanden hat, was besseres Sehen im Sport bedeutet, macht nie wieder Kompromisse. Dafür arbeiten wir jeden Tag.


Beate Gabelt ist Gründerin und CEO von SIOLS Vision. Industriedesignerin, MBA, Ultraläuferin und seit über 25 Jahren überzeugt davon, dass brillentragende Sportler keine Kompromisse machen müssen.